Architektur

Das Wohnhaus der WOGENO

Die WOGENO errichtet im westlichen Teil des Gesamtareals auf einem ca. 5.000qm großen Grundstück die Wohnbebauung. Entsprechend des Entwurfes von „bogevischs buero“ wird das Gebäude nach West-Ost ausgerichtet. Die Wohnungen werden mehrheitlich über großzügige Laubengänge erschlossen, die Balkone für die Gemeinschaft erhalten und damit zu Begegnungsflächen werden. Im Westen werden alle Wohnungen eine private Terrasse oder einen Balkon erhalten. Das abgestufte Gebäude sieht zwei Dachterrassen vor, die ebenfalls der Gemeinschaft zur Verfügung stehen werden. Im Zentrum der Anlage am mittleren Treppenhaus befindet sich der Gemeinschaftsraum mit Küche, Waschsalon, Mobilitätsstation (u.a. Buchungskonsole und Infothek für Leihfahrzeuge, die in der TG stehen). In den oberen Geschossen stehen neben den dachterrassen weitere Gemeinschaftsbereiche wie Gästeappartements und Balkonerweiterungen der Laubengänge zur Verfügung. Im Keller wird es neben den üblichen Abteilen auch für jede Wohnung Fahrradabstellplätze geben - als zusätzliches Angebot zu den oberirdischen Stellplätzen, die auch dort teilweise überdacht sein werden.

Die Gebäudeplanung sieht nach der Prüfung mehrerer Varianten - darunter Massivholz - nun ein Tragwerk aus Stahlbeton und eine klimatisch hochwertige Holzaussenhülle vor. Eine bauphysikalisch, ökologisch und wirtschaftlich sinnvolle Alternative zum deutlich teureren Massivholzbau. Der energetische Standard wird formal das Label "KfW55" tragen (Heizenergiebedarf ca. 28 kWh/m² im Jahr). Um KfW40 zu erreichen, müssten einige Hunderttausend Euro investiert zu werden, um die dafür noch nötigen 4,8 Kilowattstunden Heizenergiebedarf pro m² Wohnfläche im Jahr einzusparen. Hier werden wieder einmal die Grenzen dessen sichtbar, was sinnvoll ist. Wir bleiben beim formalen Label KFW55 und investieren lieber in sinnvolle Hilfestellungen, die beim Energiesparen behilflich sind (z.B. Monitore, die den Energieverbrauch verdeutlichen). Primärenergetisch sind wir dennoch Dank unseres Energiekonzeptes mit Kraftwärmekopplng, Pellets und PV-Anlage mindestens so gut wie Passivhausstandard.

Der aktuelle Zeitplan sieht vor, daß die Wohnungen in der zweiten Jahreshälfte 2014 bezugsfertig werden.

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Ansicht West. Details im u.g. PDF "Ansichten - Stand 19.8.2013.pdf"

 

Bunter Wohnungsmix

Wohnbebauung

Auf insgesamt 5 Geschossen (das Bild nebenan zeigt 1. bis 3. Obergeschoss) findet sich ein breiter Mix an Wohnungen unterschiedlicher Größe und Finanzierungsart. Insgesamt sind es 74 Einheiten, 70 Einzelwohnungen und vier betreute Wohngemeinschaften für Kinder, Jugendliche und Sehbehinderte. Die Wohnungsgröße der "Normalwohnungen" reicht von 30 m² (Mini-Appartement, auch als Gästeappartement geeignet) bis zur Familienwohnung mit 135 m². Die größte Einheit ist die Sehbehinderten-WG mit ca. 350 m². Die Preise (Nutzungsgebühren) für die Wohnungen bewegen sich zwischen ca. € 6,- und € 12,- pro Quadratmeter und Monat. Damit ist auch ein vielfältiger sozialer Mix, die bewährte "Münchener Mischung" im Haus präsent.

Über den Dächern

Zwei große Dachterrassen, eine im 3. Obergeschoss des südlichen Bauteils, die andere im 4. Obergeschoss des nördlichen, stehen der Hausgemeinschaft als alternative Freifläche zur Verfügung. Andere Wogeno-Projekte haben gezeigt, dass die Dachterrassen eine willkommene Ausweichmöglichkeit darstellen, wenn im Garten die gewünschte Ruhe für das Sonnenbad oder die kleine Kaffeerunde nicht gegeben ist.

Waldorfschule

Die Freie Waldorfschule München Südwest hat im Herbst 2010/2011 mit zwei Grundschulklassen in einem provisiorischen Gebäude im Südosten des Planungsgebietes den Schulbetrieb aufgenommen. „Fliegende Bauten“ in Holzmodulweise schaffen vorerst Raum für den Unterricht. Die Freie Waldorfschule München Südwest soll eine Ganztagesschule für ca. 450 Schülerinnen und Schüler werden. Bis zum Schuljahr 2020/2021 soll sie mit insgesamt 14 Klassen vollständig ausgebaut sein. Ergänzend zum Schulgebäude sind ein Kinderhaus für knapp 75 Kinder sowie eine Sporthalle vorgesehen. Die Erstellung der Werkstätten ist zeitnah geplant, da 2010 mit einer ersten und einer dritten Klasse gestartet wurde und ab der fünften Klasse Werken unterrichtet wird. Die Umsetzung des Theatersaals ist abhängig von eingehenden Spenden.
Das ganze Projekt soll in anthroposophischer Bauweise realisiert werden. Kern der anthroposophischen Architektur ist die Anpassung des Raums an die Bedürfnisse der Menschen. So werden im Schulbau die Klassenräume der Unterstufe auf Grund des in dieser Altersstufe ausgeprägten Geborgenheitsbedürfnisses relativ klein und mit gewölbten Decken ausgebildet, um optimal Geborgenheitsatmosphäre zu schaffen. Entsprechend der kindlichen Entwicklung werden die Räume mit zunehmender Klassenstufe geradliniger und sachlicher. Anthroposophische Seniorenimmobilien bestechen insbesondere durch ihre menschlich gemütliche Atmosphäre im Innern, die Bezüge der privaten und gemeinschaftlichen Räume zueinander und ihre besondere Lichtgestaltung. Anthroposophisch konzipierte Gesamtanlagen unterstützen durch ihre städtebauliche Anordnung den Gemeinschaftscharakter, die Freianlagen sind von hoher künstlerischen Qualität und in den einzelnen Bereichen auch öffentlich zugänglich.
Die Waldorfschulbewegung ist eine bauende Bewegung. Die Bauten spiegeln den pädagogischen Ansatz. Durch ein Waldorfgebäude zu führen heißt durch den Lehrplan zu führen. Die Schülerinnen und Schüler werden im Zusammenhang von Form und Nutzung groß und beziehen ihn unwillkürlich in ihr körperliches, seelisches und geistiges Wachstum ein. „Der Bau wird Mensch“, sagt Rudolf Steiner. Auf jeden Fall wird er der dritte Erzieher nach dem Lehrer und nach der sozialen Kraft der Klasse. Er trägt damit zur Erweckung und Entfaltung der den Kindern innewohnenden Fähigkeiten bei, es vollzieht sich Bildung durch Bewegung. Das heißt: Jeder Raum muss ein Erlebnisraum für das Körper Seele-Gefüge sein.