Der Mehrgenerationenplatz Forstenried - ein Ort für Jung und Alt

Der Förderverein Freie Waldorfschule München Südwest e.V. und die WOGENO München eG errichten auf einem etwa 2 ha großen Areal in München-Forstenried ein Gemeinschaftsprojekt bestehend aus einer Schule mit Kinderhaus und einem genossenschaftlichen Wohnprojekt. Das Miteinander von Alt und Jung lässt aus der Schule und dem Wohnprojekt zum Vorteil aller den „Mehrgenerationenplatz“ entstehen.
Die Freie Waldorfschule München Südwest errichtet eine 1-zügige Schule mit einer Ganztagesbetreuung für ca. 450 Schülerinnen und Schüler und insgesamt ca. 7.700 m2 Geschossfläche. Hierzu ergänzend sind ein Kinderhaus für knapp 100 Kinder mit einer Fläche von ca. 1.100 m2 GF sowie eine Sporthalle mit ca. 1.000 m2 GF vorgesehen.
Die Schule wird durch eine Wohnbebauung mit etwa. 8.000 m² GF (ca. 80 Wohnungen für etwa 200 Personen) ergänzt. Viele verschiedene Wohntypen – fast alle barrierefrei - für unterschiedliche Haushaltsgrößen und Lebensstile sind Voraussetzung für ein differenziertes Miteinander. Besonders Ansprüchen von Familien mit Kindern und dem dauerhaft selbstbestimmten Leben von Seniorinnen und Senioren soll Rechnung getragen werden.

Alle für einen, einer für alle

Das Mehrgenerationenkonzept soll sich in der Architektur sowie im Freiraum abbilden. Das Miteinander von Wohnen und Schule besteht in der gegenseitigen Nutzung von Wohn- oder Schulräumen. Die Situierung der Baukörper und die Wegebeziehung zwischen Schule und Wohnen sollen diese Wechselbeziehung unterstützen. Die Freiflächen werden einander so zugeordnet und durchlässig gestaltet, dass sie auch gemeinsam nutzbar sind und doch Rückzugsmöglichkeiten für die unterschiedlichen Bedürfnisse lassen.  Lebendige Nachbarschaften mit gemeinschaftlichen Freiflächen sollen den sozialen Zusammenhalt fördern.

Gemeinsam leben, gemeinsam lernen

„Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen!" (afrikanische Weisheit)

Die Ergänzung der familiären Strukturen durch ein ganzes Dorf ist in der heutigen Zeit nur selten gegeben. Gemeinsam sollen auf diesem Platz die Strukturen der Großfamilie wieder ins Zentrum der Gesellschaft rücken.
Die gemeinsame Nutzung von Küche, Theatersaal, Turnhalle, Freiflächen und Werkstätten soll vielfältige Synergien, Kooperationen und soziale Impulse entfalten. Deshalb fußt der Mehrgenerationenplatz auch auf einer moderierten Bewohnerbeteiligung. Das persönliche Engagement der Bewohner, Lehrer und Schüler - von Anfang an - trägt maßgeblich zu einem lebendigen Miteinander bei.

Viele mögliche Synergien

Die Verbindung der Wohn- und Schulnutzung bietet Platz für verschiedenste Verknüpfungen und Synergien. Unterstützt wird dies durch die pädagogische Konzeption, gemäß der die Schüler je nach Jahrgangsstufe Aufgaben für die Bewohner übernehmen können. Andererseits können durch die Einbeziehung der Bewohner in die nachschulische Betreuung, bei handwerklichen Tätigkeiten, im Kulissenbau, Nähen von Kostümen, Gartenbau, Ausgabe und Betreuung während des Mittagessens fruchtbare Verbindungen entstehen.
So ist in der 4. Klasse ist die Heimatkunde ein zentrales Thema, die älteren Menschen erzählen aus der Vergangenheit ihrer Stadt, es werden Stadtführungen von den Bewohnern organisiert und durchgeführt. Die 5. Klasse übernimmt die musikalische Gestaltung der Jahresfeste, z.B. Adventssingen. In der 6. Klasse steht das Kalkulieren und Prozentrechnen im Fokus. Um diese neu erlernten Fähigkeiten auch praktisch anwenden zu können, bietet sich die Möglichkeit, für die Bewohner Besorgungen zu machen. Die 7. Klasse hat die Ernährungslehre im Lehrplan. Rund um dieses Thema werden Kochdienste und Küchenpraktika durchgeführt und auch die Ernährung des Kindes ins Bewusstsein gebracht. Und in der 8. Klasse organisieren die Jugendlichen Spielnachmittage für die Kinder der anwohnenden Familien.
Familien von Waldorfschülern können durch Belegungsrechte in der Wohnbebauung gleichzeitig Bewohner des Mehrgenerationenplatzes werden und zu einer engen Verzahnung beitragen.